Do 31 Mai 2012

Helium Vola und das Bachfest: Neues von Ernst Horn!

31 05 2012


Liebe Freunde,

nun wird es aber langsam Zeit, sich in diesem erlauchten Kreise mal wieder zu melden. Nein es war nicht  Zeitmangel eines Stressgeplagten, es war die reine Faulheit, die mich davon abhielt.

Alexander und ich werden uns zu unseren vergangenen (und zukünftigen?) Acoustic-Auftritten sicher noch einmal separat melden, aber ein kleines, äußerst großes Dankeschön sei an dieser Stelle schon einmal erlaubt – und – ja, es war in jeder Hinsicht wieder sehr erfreulich !!

.....leises Seufzen.....„Helium Vola“....

Anfang Dezember letzten Jahres lag das neue Album fertig gemastert auf dem Studiotisch, Christoph Stickel (Mastering Ingenieur) und ich haben uns gleich großspurig ablichten lassen, weil man das ja heute alles schnell in die Welt, ob sie’s interessiert, oder nicht, hinaus-posaunen muss (Ihr wisst schon: das neue Ding aus Amerika, „se Internet“). Nach ein paar Tagen habe ich es mir zuhause noch einmal angehört  und die Zweifel wurden immer größer. Es mag ja eine nette Idee gewesen sein, mal ein Album ohne Konzept, bewusst „in’s Blaue“ zu produzieren. aber letzten Endes stimmte dann einfach die Balance nicht. Es gibt einige sehr lange Stücke (bis zu 15 Minuten!) auf dem Doppelalbum, die die Gewichte falsch legten, wenn das irgendwie nachvollziehbar klingt.

Ich hatte also die Wahl, entweder vier Lieder zu entfernen und ein einfaches Album zu machen, oder – na ja - „Nachsitzen“ eben. Nun habe ich noch einige Stücke gemacht, zum größten Teil auch schon aufgenommen, mit Sabine Lutzenberger, Hannah Wagner ( neu auf dem Podium!) und Joel Frederiksen, doch dazu später, versprochen!

Leider ist die Produktion immer noch nicht abgeschlossen, der Veröffentlichungstermin wird dann wohl im Herbst sein.

Der Grund dafür ist der anstehende Auftritt zum Bachfest in Leipzig am 15.Juni.

Ein einzelnes Konzert in überschaubarem Rahmen und dafür ein halbes Jahr Vorbereitung, einschließlich der Lektüre mehrer Bücher über Bach und meiner alten Kontrapunktlehre, so blöd muss man mal sein! Die meisten Kollegen machen sich da ein wenig Abwechslung, intonieren ein bisserl nach Bach klingendes und spielen ansonsten ihren normalen Set runter.  Ist das blinder Ehrgeiz, oder die große „Endlife-Crisis“? Schnell noch was zusammenkloppen, von dem man denkt, es könnte ein Beitrag zur Unsterblichkeit werden, bevor Gevatter Alzheimer über den Bayrischen Bergen auftaucht und ich beim Mera Luna unter den interessierten Blicken von Alexander als Intro „Stille Nacht, Heilige Nacht“ präludiere?

Nun ist es, wie es ist, und ich freue mich gewaltig darauf! Neben unserem Tonchef Ernst Sieber, der, wie manche hier vielleicht wissen, Deine Lakaien seit unseren ersten Auftritten 1991 betreut, werden drei musikalische Mitstreiter mit von der Partie sein:

An der Violine Ferenc Kölcze, der, obwohl er mit seinem „Rubin Trio“ gelegentlich auch mal den Wiener Hofopernball beehrt, sich doch ganz besonders dem Werk J.S.Bachs verpflichtet fühlt. Ein außergewöhnlicher Künstler mit einer erstaunlichen Ausstrahlung. Er wird unter anderem den Allegro Satz aus der Violinsonate in A und eine Solo Fuge zum Besten geben.

Am Violoncello freue ich mich, wieder Jost Hecker begrüßen zu dürfen, der ja auch auf den Helium Vola Alben und der „White Lies“ zu hören ist. Zur Zeit spielt er mit seiner Truppe, dem „Modern String Quartett“ das „Wohltemperierte Clavier“ von Bach ein, ein aberwitziges Unterfangen, auf das die Bachgemeinde (und nicht nur die) äußerst gespannt ist. Immerhin ist er dadurch auch für unser Konzert bestens trainiert. Neben der „Bourrée in C“ für Solo Cello und weiterem hat er einen hundsgemeinen Part in der Violinsonate zu bewältigen und sich mit meiner Spielanleitung „mach doch, was Du willst“ in „b-a-c-h 3“ herumzuschlagen.

Sabine Lutzenberger dürfte den meisten hier bekannt sein, oder?  Ihre zahlreichen Verehrer, die sie nur von Helium Vola her kennen, können sich nun darauf freuen,  ihre fabelhafte Stimme mal mit Liedern zu hören, die jemand geschrieben hatte, der komponieren konnte.

Die Arie „Die Seele ruht in Jesu Händen“ aus der Kantate BWV 127 ist zum Niederknieen schön!  Aber auch ich konnte es nicht lassen ein paar Machwerke auf Texte aus der Barockzeit für sie zu schreiben  – unter den gestrengen Blicken des großen Meisters, die mich mit jedem komponierten Takt einen  Zentimeter kürzer machten. Aber, wie sagte heute ein befreundeter Pianist : „Bach ist ja auch extrem.“

Unser Abend ist also in vier Blöcke gegliedert, die jeweils sechs Stücke in gleicher Anordnung beinhalten:

Den Anfang machen dabei immer unbegleitete Solowerke von Bach, für Klavier, Violine, Cello und Gesang.

Danach folgt jeweils ein sogenannter „Nachklang“ der in freier Art Bezug nimmt auf das eben gehörte.

An dritter Stelle stehen die besagten Vertonungen von Barockgedichten durch mich. Sehr ambitionierte Lieder, aber – siehe oben.

Nun folgen Stücke mit den Titeln „Bach 2.0, Bach 2.1“ etc. die die Rezeptionstendenzen in der medial determinierten Kommunikationswelt von heu... äh....  also nicht ganz ernst gemeint sind. Immerhin habt Ihr hierbei die einmalige Gelegenheit, mich als Möchtegern-Schauspieler zu begutachten.

Wie Ihr wisst, kann man  „B-a-c-h“ auch spielen und der Meister selbst hat ja eine ganz berühmte Fuge auf seinen Namen geschrieben. Titel Nummer fünf geht also auf „b-a-c-h“, mit jeweils unterschiedlichem Konzept.

Den Abschluss bilden dann wieder  Werke von Bach, eine Arie, ein Kanon eine Triosonate und ganz am Ende die Fuge in cis-moll aus dem „Wohltemperierten Clavier“.

Na, wenn das man gut geht... Spannend wird es auf jeden Fall und wenn Ihr mal ein Konzert erleben wollt, das bestimmt aus dem Schema einer Klassik oder Pop-Veranstaltung fällt, dann tut Euch das an und „kommet zuhauf“!

Mit lieben Grüßen,

Ernst Horn